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Alle möglichen Arten von Medikamenten werden in unserer Gesellschaft missbräuchlich eingenommen. Dabei ist die mögliche Folgeproblematik, unabhängig davon, ob es sich nun um Schmerzmittel, Aufputschmittel, Appetitzügler, Abführmittel, Tranquilizer (Beruhigungsmittel), Schlafmittel, Antidepressiva oder Neuroleptika handelt, nicht zu unterschätzen. Ein erster Schritt in Richtung Abhängigkeit von Medikamenten zeigt sich häufig durch die Dosissteigerung. Andererseits ist gerade bei Medikamentenabhängigkeit die Besonderheit bekannt, dass Süchtige über Jahre eine niedrige Dosis einnehmen ohne Steigerung oder Kontrollverlust, dennoch aber massiv abhängig sind. Dies ist insbesondere bei Tranquilizerabhängigkeit bekannt. Das Risiko körperlicher Abhängigkeit ist von Medikament zu Medikament äußerst unterschiedlich. Einige Stoffe hinterlassen nach Absetzen keinerlei Entzugserscheinungen, andere Substanzen, z.B. Valium, verursachen eine heftige, physische Abhängigkeit. Die Entzugserscheinungen sind nur mittels "Ausschleichen" des Medikamentes einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Tückisch ist in solchen Fällen ferner, dass anders als beim Alkohol oder Heroin die Entzugserscheinungen nicht nach einigen Tagen nachlassen, sondern durch die Depotwirkung im Organismus noch nach Wochen oder Monaten nach Absetzen des Stoffes in Intervallen auftreten. Häufig werden gegen die Nebenwirkungen der Hauptsubstanz andere Medikamente eingenommen, von denen dann sekundär ebenfalls Abhängigkeit entsteht, wodurch sich die Suchtproblematik multipliziert. Neben der Problematik um mögliche Nebenwirkungen kann es bei langanhaltendem, regelmäßigem Medikamentenmissbrauch zu einer je nach Mittel unterschiedlichen Fälle von Folgeschädigungen kommen. Es sind diesbezüglich Ängste, Verfolgungswahn, Verwirrtheit ebenso bekannt wie schwere Organschädigungen, z.B. Herzversagen, Hirnschock oder Dauerschädigungen von Leber und Nieren. Es gibt in der Bundesrepublik ca. 1,2 Millionen tablettenabhängige Menschen. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
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