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Cannabis

 

 Ausführliche Information

Wo Cannabis herkommt: Eines der ältesten bekannten Rauschmittel

Wozu Cannabis verwendet wird: Rauschmittel und Medizin
Wie Cannabis genommen wird: Als Joint oder Plätzchen
Zahlen zum Konsum: Stetige Steigerung
Das Gesetz: Illegale Droge
Der Wirkstoff: Tetrahydrocannabinol
Die Wirkungen: Von Euphorie bis Depression
Langzeitfolgen und Gefahren: Psychische Abhängigkeit und “Null-Bock”
Wege der Hilfe: Sich Rat holen
Aktuelle Diskussion: Legalisieren oder nicht?

Wo Cannabis herkommt: Eines der ältesten bekannten Rauschmittel

Vermutlich kommt er aus Zentralasien, der Indische Hanf (Cannabis Sedativa). Da es schon seit dem sechsten Jahrtausend vor Christi bekannt ist, gehört Cannabis zu den ältesten bekannten Rauschmitteln. Der Oberbegriff Cannabis bezeichnet sowohl die Pflanze als auch die Drogen Marihuana und Haschisch.
Marihuana nennt man die getrockneten Blätter und Blüten der weiblichen Cannabispflanze.
Haschisch ist das gepresste Harz des indischen Hanfes. Es wird meist in rote, grüne, braune oder schwarze Platten gepresst. Je dunkler die Farbe, um so höher der Harz-Anteil. Dieser steigt mit einem heissen und trockenen Klima. Der Name Haschisch kommt übrigens von arabisch “al-haschisch”, was soviel wie Gras oder Kraut bedeutet. Haschisch wird auch zu Öl verarbeitet, das aber nur selten vorkommt.

Wozu Cannabis verwendet wird: Rauschmittel und Medizin

Obwohl Hanfsamen nicht besonders schmeckt, ist er sehr nahrhaft und dürfte somit auch als Nahrungsmittel gedient haben.
Als Faserlieferant wird Hanf schon lange genutzt. Für die heutigen Produkte aus Hanf verwendet man Pflanzen, die nur verschwindend wenig des berauschenden Wirkstoffes enthalten.
Seit langem kennt man die medizinischen Wirkungen von Cannabis. Schon vor rund 5000 Jahren sollen es die Chinesen unter anderem als menstruationsförderndes Mittel genutzt haben. Cannabis wirkt schmerzlindernd, entspannt die Muskeln, hemmt Entzündungen, ist beruhigend und antiepileptisch.
Am bekanntesten ist Cannabis als Rauschmittel. Schon lange vor Christi berauschten sich die Menschen damit, um ihre Stimmung positiv zu beeinflussen. In Europa und der westlichen Welt allgemein wurde Cannabis erst ab Ende der 60er Jahre mit der Hippie- und Flower-Power-Bewegung richtig populär.

Wie Cannabis genommen wird: Als Joint oder Plätzchen

Sowohl Haschisch als auch Marihuana werden meistens geraucht, entweder pur oder mit Tabak gemischt. “Joint” nennt sich die selbstgedrehte Cannabis-Zigarette, zum Rauchen werden auch Haschisch- oder Wasserpfeifen verwendet. Daneben wird Haschisch manchmal in Plätzchen oder Kuchen gegessen oder in Tee aufgelöst getrunken.

Zahlen zum Konsum: Stetige Steigerung

Rund 2,1 Millionen Menschen in neuen und alten Bundesländern nehmen Cannabis, etwa 270 000 davon häufig. Diese Zahlen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren beziehen sich auf das Jahr 1997. Laut Befragung des Bundesministeriums für Gesundheit haben in den alten Bundesländern 16,3 Prozent aller 12 bis 39jährigen, in Hamburg sogar 28,1 Prozent, Erfahrungen mit Haschisch gemacht. Alle Zahlen und Statistiken zeigen, dass der Konsum von Cannabis stetig zugenommen hat.

Cannabis und das Gesetz: Illegale Droge

Cannabis ist illegal. Das heißt, es darf in Deutschland weder verschrieben noch gehandelt werden. Um diejenigen nicht zu kriminalisieren, die Cannabis zum Eigenbrauch rauchen, urteilte das Bundesverfassungsgericht, daß man niemanden bestrafen muß, der Cannabis in einer geringen Menge zum Eigenbedarf besitzt und keinen Dritten gefährdet. Was unter der "geringen Menge" zu verstehen ist, sehen die Bundesländer allerdings sehr unterschiedlich: Die Spannbreite geht von drei bis 30 Gramm.

Der Wirkstoff in Cannabis: Tetrahydrocannabinol

Der berauschende Wirkstoff im Cannabis ist das THC, das "Tetrahydrocannabinol" (Chemische Kurzbezeichnung: Delta - 9 - trans - THC). Haschisch enthält zwei bis acht Prozent THC. Der THC - Gehalt im Haschisch ist etwa fünf bis zehn Mal so hoch wie im Marihuana. Als psychotrope Substanz wirkt THC direkt auf das Gehirn und beeinflusst Gefühle und Stimmungen. Deshalb ist Cannabis im klassischen Sinne eine Droge (genauso wie Alkohol und Nikotin).
Wird Cannabis geraucht, gelangt das THC über die Lungen in Blut und Gehirn. Gerauchtes Haschisch wirkt nach etwa 15 Minuten maximal, die Wirkung klingt nach einer halben bis einer Stunde wieder ab, nach zwei bis drei, maximal vier Stunden ist die Wirkung vorbei. Wird Haschisch geschluckt (als Tee oder in Plätzchen), so hält die Wirkung länger an, setzt aber auch später ein.
Als wirksame Dosis gilt ein Minimum von zwei und ein Maximum von 20 Milligramm THC. Mehr als 20 Milligramm können zu Vergiftungen führen.

Die Wirkungen von Cannabis: Von Euphorie bis Depression

Die Art der Wirkung hängt von der Stimmung und der Persönlichkeit des- oder derjenigen ab, der/die Cannabis nimmt.
In geringen Mengen wirkt Cannabis euphorisierend. Oft kommt es zu einer Art "Lachkoller", man fühlt sich entspannt, innerlich gelassen, das Selbstwertgefühl steigt. Da die Konzentration nachläßt, sollte man die Hände vom Steuer lassen. Die Umgebung wird oft intensiver wahrgenommen, das Ich anders erlebt, das Zeitgefühl verändert sich. Manchmal ist man kritiklos gegenüber allem.
Ebenso kann Cannabis auch Gefühle von Angst, Schuld und depressiven Stimmungen hervorrufen.
Bei höherer Dosis kann es unangenehm werden: Dann sind Angstzustände, Horror oder Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), das Gefühl von Entfremdung, wahnhafte Vorstellungen und Unruhe bis hin zur Todesangst möglich.
Körperlich steigt bei Cannabis-Konsum der Puls, die Körpertemperatur sinkt, Hals und Rachen werden trocken, manchmal werden Hunger und Durst größer, die Augen röter, der Gang unsicher. Die Psychomotorik kann ebenso beeinträchtigt sein wie das Kurzzeitgedächtnis.
Cannabis hat gegenüber den gebräuchlichen anderen Drogen die längste "Halbwertzeit", das heißt, der Körper braucht sehr lange, bis er die Substanzen abgebaut hat, die sich in den Fettzellen des Gehirns abgelagert haben.

Langzeitfolgen und Gefahren: Psychische Abhängigkeit und "Null Bock"

Bei Rauschmitteln wird normalerweise zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit unterschieden. Körperlich hat man bisher bei Cannabis keine Abhängigkeit nachweisen können, dafür aber psychisch. Das heißt, jemand verspürt den Drang, Haschisch immer wieder zu nehmen. Bekommt er (oder sie) Cannabis nicht, wird er unruhig, rastlos, hat Schlafstörungen, Angst und Stimmungsschwankungen.
Natürlich entsteht die Abhängigkeit nicht sofort.

  • Die meisten Leute probieren Cannabis einfach mal, in vielen Cliquen gehört das fast schon dazu. Cannabis wird mal getestet und das war's dann, man hört wieder auf.
  • Andere rauchen ab und zu mal Haschisch zu bestimmten Anlässen, bei einer Party zum Beispiel, greifen also nur gelegentlich zu der Droge und kennen die Grenzen.
  • Manche benutzen die Droge irgendwann dauernd, rauchen fast täglich ihre Joints, sichern sich stets einen Vorrat, wissen immer, wo sie Haschisch herkriegen und wirken ständig leicht weggetreten.

Besonders auffällig bei diesen "Dauer-Rauchern" ist eine Art "Null-Bock"-Gefühl, Fachleute nennen das "Amotivationales Syndrom". Solche Menschen sind schwunglos, lustlos, depressiv, stark auf sich selbst bezogen, zunehmend introvertiert, haben kaum noch Interesse an anderen Menschen und sind wenig leistungsbereit. Das kann Probleme in der Schule oder am Arbeitsplatz mit sich bringen und führt in die Isolation. Cannabis kann bei Dauerkonsum die Persönlichkeit verändern.
Viele, die regelmäßig Cannabis nehmen, konsumieren noch andere Drogen dazu, beispielsweise Nikotin, Alkohol, Ecstasy, LSD oder anderes. (Was nicht heißt, daß Cannabis eine Einstiegsdroge ist.)
Psychosen können mit häufigem Cannabis-Konsum zusammenhängen. Unklar ist, ob Cannabis zur Psychose führt oder Leute Cannabis nehmen, die sowieso psychotisch sind, um ihre Krankheit zu lindern.
Körperlich kann die Lunge geschädigt werden, wenn jemand längere Zeit Haschisch raucht. Auch die Hanfpflanze enthält Teer, somit sind chronische Bronchitis und Lungenkrebs häufiger. Wer regelmäßig Cannabis raucht, schwächt sein Immunsystem und schädigt möglicherweise sein Gehirn, jedenfalls deuten neuere Untersuchungen darauf hin
.

Wege der Hilfe: Sich Rat holen

Wer dauernd Haschisch raucht oder womöglich bunt durcheinander Drogen nimmt, sollte sich unbedingt beraten lassen. Die Anschriften von Jugend- und Drogenberatungsstellen oder Suchtberatungsstellen sind im Anschriftenteil dieser Seiten zu finden, weitere Stellen sind über die Verbände, über Gesundheitsämter, Ärzte/innen oder aus dem Telefonbuch zu erfahren. Die Beratung ist grundsätzlich kostenlos und vertraulich. Auch alle, die sich Sorgen um einen Freund/eine Freundin, Kinder und Angehörige machen oder Fragen haben, können sich an die Beratungsstelle wenden. Das gilt natürlich auch für Schulen oder andere Gruppen, die Veranstaltungen planen oder Informationen brauchen.

Legalisierungs - Diskussion

Immer wieder flammt bei Cannabis die Diskussion um eine Legalisierung auf. Auch im Internet schlägt sich das nieder. Befürworter der Legalisierung argumentieren unter anderem, daß Cannabis nicht so gefährlich sei wie Alkohol und körperlich nicht abhängig mache. Zudem könne man so die Märkte von harten und weichen Drogen trennen, so dass jemand, der Cannabis kauft, gar nicht mit dem Markt für harte Drogen in Berührung kommt. Zudem sei Cannabis längst überall zu bekommen und für junge Leute eine Alltagsdroge geworden.
Gegner der Legalisierung argumentieren unter anderem, daß Cannabis sehr wohl eine Droge ist und mit allen Drogen (dazu gehören auch Alkohol und Nikotin) bewusster umgegangen werden muß. Cannabis mache psychisch abhängig und führe möglicherweise zu schwereren körperlichen Schäden. Außerdem sei erwiesen, daß eine Droge um so mehr genommen wird, je leichter man sie bekommt.

Quellen: Dr. Thomas Redecker, Taschen-Info Cannabis, Nicol-Verlag.
Th. Geschwinde, Rauschdrogen, Springer - Verlag.
DHS Internet - Seiten: www.dhs.de

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